Jacht Klub Morski „Joseph Conrad"
Der Jacht Klub Morski „Joseph Conrad" in Kołobrzeg ist einer der ältesten Segelclubs Polens und der älteste durchgehend tätige See-Segelclub der Stadt. Der Verein hat seinen Sitz im Yachthafen an der Ostsee und betreibt die Clubjachten Difur (Conrad 24) sowie Beau4 (Dufour 27 Safari) für Regatten, Training und Fahrtensegeln. Seit Jahrzehnten organisiert er die Traditionsregatta „Regaty o Srebrny Dzwon" auf der Reede von Kołobrzeg und bietet Segelausbildung für Jugendliche und Erwachsene. Mit Wurzeln seit 1956 prägt der Club die maritime Segelszene der Region und lädt Erfahrene wie Einsteiger zur Mitgliedschaft ein.
Historie
Die Geschichte des Jacht Klub Morski „Joseph Conrad" beginnt 1956 mit dem Erwerb der demobilisierten Jacht „Feliks", die von den Mitgliedern zum „Orkan II" umgebaut und hergerichtet wurde. Im Herbst und Winter 1956/1957 starteten die ersten Segelausbildungen mit 52 Teilnehmern; 1957 folgten die feierliche Taufe des „Orkan II" während der I. Zentralen Meerestage in Kołobrzeg und der erste Clubtörn Kołobrzeg–Ustka–Dziwnów–Świnoujście–Kołobrzeg unter Kapitän Henryk Kuryj. 1958 unternahm „Orkan II" den ersten Auslandsreise nach Häfen der DDR; ab 1959 arbeitete der Club intensiv am Aufbau des Yachthafens (Fort-Sanierung, Ausbaggern der Parsęta). In den 1960er Jahren folgten ambitionierte Reisen und Flottenausbau: 1963 Fahrt nach Leningrad in einer Flottille von 12 Jachten unter Bronisław Szmidt sowie die Überführung der Jacht „Legenda" von Ryszard Kukliński nach Göteborg; zugleich kam die Schulungsjacht „Marcin" hinzu. 1964 erhielt der Club den „Dar Koszalina", der unter Kapitänen wie Bronisław Szmidt und Ryszard Semler nach Dänemark, Schweden, England, Frankreich, Belgien und die Bundesrepublik fuhr. Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre wuchs die Flotte um Einheiten wie „Meteor", „Śmieszka", „Alka" und „Erydan"; 1972 nahm der Club am Treffen während der Olympischen Spiele in Kiel teil. 1976 wurden „Dar Kołobrzegu" gebaut und die Jacht „Wojewoda Koszaliński" nahm an Operation Sail ’76 teil und erreichte unter Bronisław Szmidt New York – einer der bedeutendsten Törns der Clubgeschichte. 1977 folgten der Freundschaftstörn in die UdSSR mit drei Clubjachten und die Soloteilnahme Teofil Grochals am „Polonez" auf „Erydan". 1978 mitorganisierte der Club die I. Hochseeregatten der Metallarbeiter um die Silberne Glocke und stellte die Jacht „Difur" in Dienst; Irena Szalińska wurde erste Frau im Club mit dem Patent des Seeschiffers. 1979 umrundete „Dar Kołobrzegu" Europa unter Adam Kantorysiński; 1980 führte derselbe Kapitän die Fahrt nach Recife in Brasilien auf „Czartoryski", ausgezeichnet als „Rejs Roku 1981". In den 1990er Jahren empfing der Hafen polnische Auslandsegler; 1992 brachte der Törn der Jacht „Ark" nach New York unter Wojtek Dubois erneut den Titel „Rejs Roku". Die lange geplante Jacht „Victoria" (Baubeginn 1969) vollendete später unter Ruda Krautschneider eine Weltumsegelung. 2006 feierte der Club sein 50-jähriges Bestehen und eröffnete das Festival „Na Fali". Ein 2008 begonnenes Ozeanjacht-Projekt (Bruceo-Rumpf als Nachfolger des „Dar Kołobrzegu") scheiterte trotz Engagements aus Kostengründen. Später folgten Bildungsinitiativen wie der Wettbewerb „Bałtycka Przygoda" und die Regatten um den Blauen Dorsch. Heute, im 70. Jubiläumsjahr, verbindet der Club Tradition und Gegenwart als fester Ankerpunkt des polnischen Seesegelns in Kołobrzeg.
Informationen
Jugendarbeit
Juniorenmitgliedschaft laut Satzung; Segelausbildung und Jugendförderung
Gäste-Liegeplätze
Ja, bei Regatten kostenlos in Marina